Statt 7 Tagen Italien/Slowenien/Kroatien nur ein 3-tägiger Bikepacking-Trip von Triest nach Krk und wieder retour. Alle (Langzeit-)Wetterprognosen standen auf Sonnenschein … erst einen Tag vor unserer Abreise am Samstag prophezeiten alle Wetterdienste plötzlich ab Dienstag/Mittwoch eine extreme Schlechtwetterfront … uns war bald klar, dass bei Starkregen und Wind (Bora!) unsere langen Etappen im Velebit-Gebirge in Kroatien sinnlos wären. Anfangs hofften wir noch auf eine Besserung der Prognose, nach 2 Etappen entschieden wir uns aber wieder zurück nach Triest und ab nach Hause zu reisen – vielleicht klappt es ein anderes Mal.
Immerhin hatten wir 3 lange und höchst kontrastreiche Etappen zwischen Triest und Krk – die ersten beiden mit lohnenden Offroad-Passagen, die 3. Etappe dann quasi „direttissima“ auf großteils schmalen und verkehrsarmen Asphalt- und nur wenigen Schotterstraßen von Krk retour nach Triest.
In Triest erwischten wir um ca. 17:50 noch einen Zug (mit Radmitnahme) nach Tarvis. Von dort fuhren wir über den Alpe-Adria-Radweg (bereits im Dunklen) nach Arnoldstein, wo die S-Bahn bis 23:00 ins Gailtal nach Hermagor unterwegs ist.





Video
Fotografiert haben wir nicht sehr viel – aber ein kurzes Video unserer Reise hat es wieder auf YouTube geschafft:

Rückblickend ist es (wie so oft) erstaunlich, wie weit und intensiv man mit Bahn und Fahrrad in nur 3 Tagen unterwegs sein kann. Am Rückreisetag (Montag) starteten wir um 7:00 Uhr auf Krk und landeten nach 151 km am Bike und 2 Bahn-Fahrten um 22:20 bei einem zuvor gebuchten Apartment im Gailtal nahe Hermagor, wo wir nochmals übernachteten, bevor es am Dienstag für 3,5 Std. über altbekannte Wege mit dem Fahrrad nachhause ging.
Highlights
Hier die Highlights der ersten beiden Etappen unserer geplant 7-tägigen Bikepacking-Tour von Triest (IT) nach Knin (HR):
- Triest ist sowohl Zielort, als auch als Startpunkt immer etwas Besonderes. Und mit der Parenzana genießt man per Rad eine großartige Stadtausfahrt.
- Nach ca. 30 km ist man auf unserer Route bereits am 1.028 m hohen Slavnik (SI) und blickt bei guter Sicht weit über die Triester Bucht und die Adria. Die Abfahrt ist anfangs im freien Gelände wunderschön, die letzten 400 hm allerdings langweilig (Schotter und steil) und durch die vielen Regenrinnen recht mühsam.
- Gleich nach der Slavnik-Abfahrt geht es wieder gute 300 Höhenmeter berghoch – auf das einsame, aussichtsreiche Plateau am Fuße des Golič. Eine holprige, aber mit guten Reifen lustige Double-Track-Piste führt viele Kilometer über den baumlosen Bergrücken.
- Die erste Nacht verbringen wir am „Naturcampingplatz“ Raspadalica. Leider konnten wir dessen Reize durch unsere späte Ankunft zum Sonnenuntergang nicht wirklich genießen. Es gibt einen „Quellwasser“-Pool mit herrlicher Aussicht über die istrischen Hügeln rund um Buzet und der Sonnenuntergang ist sicher ein Traum. Wir wollten die letzten Minuten Tageslicht zum Zeltaufbau nutzen und auch gleich duschen. Insgesamt ist der Campingplatz extrem spartanisch (kein Licht im Bad/WC, kein Warmwasser) kostet dafür kroatientypische Wucherpreise (€ 30,- für 2 Pers. mit Fahrrad und Zelt) … rundherum gäbe es eine Menge komplett einsamer Plätze im unmittelbaren Grenzgebiet SI/HR.
- Hum bezeichnet sich selbst als „kleinste Stadt der Welt“ und überraschte uns vor 9 Jahren bei unserer ersten Istrien-Radreise mit seinem mittelalterlichen Flair. Mittlerweile ist es offenbar auch ein Touristen-Hotspot – um 8 Uhr morgens waren wir jedoch wieder völlig alleine im kleinen „Zentrum“ der Stadt.
- Durch den Prirode Učka Park im Südosten Istriens führt unsere Route über einsame, teils feine, teils holprige Gravelpisten etwa 20 km lang zwischen 800 und 1.000 m Höhe. Großteils geht es wenig spektakulär durch aussichtslose Wälder. Dazwischen und vor allem am Ende (Vojak Plateau) hat man aber auch baumlose Passagen und genießt weite Panoramablicke.
- Sowohl die Fähre nach Cres als auch wenig später nach Krk erwischen wir glücklich kurz vor der jeweiligen Abfahrt. Die Inseln selbst wirken auf uns absolut seelenlos. Die Tourismus-Maschinerie läuft (noch) auf Hochtouren. Unzählige PKW, Wohnmobile und Vans brausen über die Straßen – alle wollen sie schnell noch von oder auf die Insel(n). Auch das Wetter spielt nicht wirklich mit und unterstreicht das graue Flair.
- Wie es uns auf unserer weiteren geplanten Tour durch den Velebit (Dinarisches Gebirge) mit kurzem Abstecher nach/auf Pag getaugt hätte, wissen wir nicht. Vielleicht werden wir die Etappen irgendwann auf einer anderen Reise fahren. Insgesamt zieht es uns nach den 3 Tagen allerdings wieder verstärkt in andere Regionen.





Die Route
TRIESTE – KRK – TRIESTE: 295 km / 6.000 hm
GESAMT INKL. WAY BACK HOME @AT: 357 km / 7.275 hm
Etappen auf Strava:
Etappe 1 (4:58:08 55,73 km 1.569 m)
Etappe 2 (7:25:09 103,52 km 2.248 m)
Etappe 3 (8:37:28 151,05 km 2.227 m)
Etappe 4 (way back home) (3:34:02 47,24 km 1.231 m)
















Thomas Mika
Dez. 3, 2025 -
Immer wieder schön von Euch zu lesen. Kroatien ist kein preiswertes Pflaster. Ich konnte in November ein Stück der Parenzana fahren mit dem Salsa Gravelbike und dicken Reifen. Von Buje nach Motovun und bis Buzet wo schon mein „Taxi“ gewartet hat. Bis Opatjia hätte ich es nicht geschafft… Dafür zwei Tage später bis ganz oben am Ucka.
Vor einem Jahr bin ich noch locker in beiden Richtungen um den Berg gefahren. Ja so schnell kann es gehen.
Zum Thema Preis: unser kleiner Hund hat 29Euro pro Nacht gekostet und in ein Restaurant, Cafe darf sie nicht mit rein…
Landschaft ++
Lg Thomas
hana + peter bergh
Dez. 3, 2025 -
Hallo Thomas, vielen Dank für deine Nachricht! Buje und Motovun kennen wir auch sehr gut vom Winter-Graveln 🙂 … die Gegend inkl. Parenzana und die vielen schmalen, verkehrsarmen Straßen gefallen uns auch sehr gut. Weiterhin viel Freude beim Radeln! Liebe Grüße Hana & Peter
Raphael Lorenzi
Dez. 9, 2025 -
Toll, find das gibt richtig Lust auf ein Abenteuer vor der Haustür! 🙂
Und danke für diese tolle Dokumentation, damit ist die Planung quasi schon vorbereitet.
Liebe Grüße
Raphi
hana + peter
Dez. 10, 2025 -
Danke Raphi! Und ja, einfach nachfahren – zumindest die ersten 2 Tage 🙂
Liebe Grüße, Hana & Peter