Handbuch Radreisen – Buchpräsentation

Handbuch Radreisen – Buchpräsentation

Viele Monate haben wir daran Stück für Stück gearbeitet – Anfang November ist es im Braumüller Verlag erscheinen: unser Handbuch Radreisen, das wir am Donnerstag, den 9. November um 19:00 Uhr im Thalia Bookstore W3 (Bahnhof Wien Mitte) präsentiert haben.

Wir hoffen, dass wir mit unserem Buch viele Menschen zum Reiseradeln motivieren können und danken allen, die am 9. November dabei waren.

Das Buch u.a. hier bestellt werden:

Inhaltsverzeichnis


Aus dem Vorwort

Vor der allerersten Radreise stehen zahlreiche Fragen: Welche Ausrüstung benötige ich? Wie plane ich meine Route? Was esse und trinke ich unterwegs? Wo werde ich schlafen? …
Wir möchten in unserem Handbuch Radreisen all diese Fragen beantworten sowie unsere wichtigsten Erfahrungen von unterwegs weitergeben. Neben dem praxisnah-informativen Charakter soll unser Buch aber auch inspirieren, selbst Pläne zu schmieden, Ideen umzusetzen, ferne Land- und Ortschaften zu erkunden und Menschen zu begegnen. Es soll Lust machen, unterwegs sein zu wollen – unabhängig von bestimmten Reisezielen oder Distanzen. Es geht nicht um Abenteuer oder Rekorde, sondern um Erlebnisse, Zeit für sich und Zeit miteinander.

Wir möchten mit unserem Handbuch nicht nur all jene ansprechen, die ohnehin schon leidenschaftlich auf ihrem Velo unterwegs sind, sondern auch möglichst viele Fahrrad-Novizen motivieren, regelmäßig in die Pedale zu treten und vielleicht auch einmal eine mehrtägige Radreise zu unternehmen. Es müssen ja nicht gleich mehrere Wochen in einem fernen Land sein – wir unternehmen oft „nur“ am Wochenende Mehrtagestouren, starten mit Rucksack und Rennrad oder Mountainbike von zu Hause, radeln in irgendeine Richtung und fahren dann mit der Bahn wieder zurück. Auch wenn zum Beispiel „Wien–Salzburg“ bei Weitem nicht so aufregend klingt wie „quer durch Norwegen“, so sind es selbst bei diesen kurzen Reisen ganz ähnliche Dinge, die aus unserer Sicht das Radreisen so wertvoll und faszinierend machen: Man entdeckt neue Gegenden und Strecken, man erlebt und sieht ungemein viel, wenn man den ganzen Tag mit dem Fahrrad durchs Land fährt, man genießt, Zeit zu haben, das miteinander Unterwegssein und natürlich auch das köstliche Essen und Trinken – je länger man radelt, umso mehr.

prächtige Morgenstimmung am Weg nach Taitung

Egal wo und wie lange man unterwegs ist, beim Radreisen geht es aus unserer Sicht immer darum, eine bestimmte Gegend (ein Land/einen Kulturraum) zu entdecken, sie (es/ihn) im wahrsten Sinn des Wortes zu erfahren – und zwar langsam, sinnlich und hautnah. Durch die im Vergleich zu Auto/Motorrad/Bus/Bahn wesentlich langsamere Fortbewegung hat man bedeutend mehr Möglichkeiten, all die Kleinigkeiten und Details am Wegesrand zu erspähen, seien es prachtvolle Pflanzenschönheiten, seltene Tiere oder kulturelle, menschliche Spuren. Wir staunen nach wie vor jedes Mal, wie viele Eindrücke und Erlebnisse wir mitnehmen, wenn wir mit dem Fahrrad durch eine Gegend reisen. Man ist Natur und Menschen viel näher, viel ausgesetzter.
Das kann sehr bereichernd sein, hat man etwa die Möglichkeit, jederzeit stehen zu bleiben, um ein Foto zu knipsen, oder man trifft Gleichgesinnte oder wird interessiert angesprochen, woher man kommt und wohin es geht.
Natürlich kann dieses Ausgesetztsein auch ungemein schwierig und unangenehm sein, wenn man zum Beispiel stundenlang im Regen fahren oder gegen heftige Sturmböen oder unmenschliche Steilrampen ankämpfen muss. Genau das braucht es aber auch immer wieder, weil dann der Kontrast umso schöner und intensiver ist, wenn der Wind wieder von hinten kommt und kräftig anschiebt, wenn sich nach drei Tagen Regen endlich wieder die Sonne am Himmel zeigt oder wenn sich nach einer anstrengenden Bergfahrt vor einem ein prachtvolles Hochplateau erstreckt. All diese glücklichen Momente empfindet und schätzt man dann um ein Vielfaches mehr.

Unser Credo „Immer schön ist langweilig!“ bewahrheitet sich für uns auf nahezu jeder längeren Reise. Den Begriff der Kontrastdramaturgie gibt es nicht nur in der Kunst – er prägt auch maßgeblich unsere Faszination beim Radreisen: Je stärker der Kontrast zum gerade Erlebten ist, desto intensiver fühlt man im gegenwärtigen Moment. Natürlich haben auch wir bei Dauerregen, heftigem Gegenwind und nicht enden wollenden Bergaufpassagen schon oft lauthals geflucht. Dennoch sind immer genau jene Situationen am einprägsamsten, in denen positive Emotionen das Resultat vorangegangener Hürden, Prüfungen oder Unannehmlichkeiten sind. Aus unserer Sicht sind es gerade diese emotionalen Höhen und Tiefen sowie das unendlich wohltuende Gefühl und Wissen, eine schwierige Situation gemeistert und ein fernes Ziel erreicht zu haben, die hinsichtlich Radreisen das höchste Suchtpotenzial innehaben.

Wieso reisen wir? Damit wir ankommen. Die Freude am Unterwegssein ist die Vorstufe zum guten Gefühl, angekommen zu sein. Wenn dieses Buch beim Lesen und Blättern Freude bereitet, ist es eines von vielen. Wenn es motiviert, sich Zeit zu nehmen, um unterwegs zu sein – wo auch immer und wie auch immer –, ist es eines von wenigen. In der Hoffnung, dass Letzteres der Fall ist, wünschen wir viel Vergnügen beim Lesen, Träumen, Planen und Reisen.

Sonnenaufgang gucken am Strand bei Xuhai